Was tun bei Laktoseintoleranz ?

Diagnose

Was tun bei Laktoseintoleranz ?

Wurde bei Ihnen eine Laktoseintoleranz diagnostiziert, ist die grundlegende Therapie eine Ernährungsumstellung.

Diese sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder einer professionellen Ernährungsfachkraft erfolgen.

Dabei werden je nach Schweregrad der Erkrankung unterschiedliche Kostformen unterschieden:

  • Fehlt das Enzym Laktase völlig, muss eine laktosefreie Kost eingehalten werden. Das bedeutet, dass am Tag höchstens 1 Gramm Laktose aufgenommen werden darf.
  • Besteht hingegen nur ein Laktasemangel, ist eine laktosearme Kost notwendig. Dabei dürfen am Tag 8-10 Gramm Laktose aufgenommen werden.

Welche Variante auf Sie zutrifft, ist von der Auswertung der Tests abhängig.

Viele laktoseintolerante Personen streichen Milch und Milchprodukte völlig von ihrem Speiseplan, aus Angst vor schmerzhaften oder unangenehmen Symptomen. Das ist einerseits verständlich, schränkt die Lebensqualität aber oft unnötig ein.

Gut zu wissen: Eine aktuelle Studienanalyse konnte zeigen, dass bei den meisten Menschen erst eine Menge von etwa 25 g Laktose (entsprich etwa einem halben Liter Milch) zu entsprechenden Symptomen führt. Laktosemengen unter 12 g wurden dagegen von den Betroffenen nicht bemerkt.

Erfahrungen von Ärzten und Ernährungsberatern zeigen auch, dass oft kleine Mengen (bis zu 200 ml Milch am Tag) gut toleriert werden. Die meisten Betroffenen vertragen zudem gesäuerte Milchprodukte (Joghurt, Dickmilch, Buttermilch, Quark) und reifen Käse (Schnittkäse, Weichkäse) sehr gut. In diesen Lebensmitteln wurde bereits ein Großteil der Laktose durch Milchsäurebakterien zu Laktat (=Milchsäure) abgebaut. Allerdings ist auch festzustellen, dass viele Personen mit einer Laktoseintoleranz durch negative Erlebnisse so sensibilisiert sind, so dass sie bereits nach dem Verzehr kleinster Mengen an Laktose (z.B. Milch im Kaffee) negative Symptome beschreiben.

Übrigens: Ein völliger Verzicht auf Laktose kann möglicherweise dazu führen, dass sich die Darmbakterien nicht an ein steigendes Laktoseangebot gewöhnen. Die Verträglichkeit von Laktose kann dadurch immer stärker abnehmen. Über Jahre hinweg kann dies negative Auswirkungen auf die Nährstoffversorgung, insbesondere die Calcium-Versorgung haben.

*Laktosegehalt: unter 0,1g / 100g